Gemeindecaritas-Projekte

Gemeinsam auf dem Weg zur diakonischen Gemeinde

Im Dezember 2002 hat sich der Diözesancaritasausschuss der Herausforderung dieses Anspruches erneut gestellt und seinen Willen zur Umsetzung des Caritas-Grunddienstes Gemeindecaritas bekräftigt. Damit hat er die Caritasverbände in den Städten und Kreisen unseres Bistums zum weiteren Auf- und Ausbau dieses elementaren Fachdienstes ermutigt und mit entsprechenden finanziellen Mitteln ausgestattet.

 

 

Das Referat Gemeindecaritas im Caritasverband für das Bistum Essen e. V. entwickelte dazu in Zusammenarbeit mit dem Institut für stadtteilbezogene soziale Arbeit und Beratung der Universität Duisburg-Essen ein anspruchsvolles Qualifizierungsangebot, dass die praktische Umsetzung der Rahmenkonzeption für den Fachbereich Gemeindecaritas in den Ortscaritasverbänden im Bistum Essen ermöglichen soll. Die Langzeitfortbildung Gemeindecaritas, die zehn zweitägige Blöcke umfasste, stand unter der programmatischen Ansage: „Zukunft in Pfarrgemeinden und Stadtteilen gemeinsam gestalten“. In ihr haben vier ehrenamtliche und 13 hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über zwei Jahre hinweg unter wissenschaftlicher Begleitung Projekte in Pfarrgemeinden und Stadtteilen initiiert.

 

 

Im Jahr 2004 wurde eine Fortbildungswoche mit ähnlichen Inhalten für 11 hauptberufliche und 11 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und MItarbeiter auf der Nordseeinsel Terschelling durchgeführt. Aus dieser Fortbildung sind vier konkrete Projekte entwickelt und umgesetzt worden, die bis heute Bestand haben.

 

Die Fortbildungsinhalte ergaben sich aus den Anforderungen des vermittelten lebenswelt- und sozialraumorientierten Handlungskonzeptes, welches für die Arbeit des Fachdienstes Gemeindecaritas handlungsleitend ist:

  • Realisierung von offenen und ergebnisorientierten Kontaktformen zu Betroffenen, ihrer Lebenswelt und den infrastrukturellen Institutionen
  • Erarbeiten von Instrumenten zur Analyse von aktuellen Alltagssituationen
  • Entwicklung einer akzeptierenden Grundhaltung
  • Aufbau einer bedürfnisorientierten und aktivierenden Kommunikationsstruktur zwischen Gemeindemitgliedern und hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter Berücksichtigung der Ressourcen der Betroffenen und des sozialen Raumes
  • Theorie und Praxis der „aktivierenden Befragung“
  • Aneignung von projektbezogenen Kompetenzen
  • Planung, Initiierung, Kooperation, Dokumentation, Auswertung, Präsentation von Projekten
  • Erarbeiten von Zielen, Ressourcen und konkreten Handlungsschritten mit Blick auf die Lebenswelt der Betroffenen und die Möglichkeiten des sozialen Raumes
  • Moderation von Arbeitssitzungen und Versammlungen; Konfliktmoderation
  • Entwicklung von Kooperationsmodellen zwischen sozialen und pastoralen Berufen und Ehrenamtlichen.

 

Besonders hervorzuheben ist, dass an diesen Fortbildungen ehrenamtliche Mitarbeiterinnen aus Pfarrgemeinden und hauptberufliche Fachberaterinnen und -berater der Gemeindecaritas teilgenommen, eine gemeinsame positive Lernerfahrung gemacht und in der Praxis Projekte initiiert haben.

 

 

Alle Reportagen unjd Projektberichte wollen ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Caritasverbänden und Pfarrgemeinden auf dem Weg zur diakonischen Gemeinde ermutigen.